Die professionelle Zahnreinigung

Karies und Parodontitis können durch gezielte und rechtzeitige Vorbeugung weitgehend vermieden werden. Eines der wichtigsten Ziele einer erfolgreichen Vermeidung von Karies und Parodontitis ist die gründliche Reinigung der Zähne von allen bakteriellen Belägen.

Zusätzlich zu den verschiedenen Möglichkeiten der häuslichen Zahnpflege gibt es eine bereits seit vielen Jahren erfolgreich durchgeführte Behandlung, die professionelle Zahnreinigung (PZR), die in der Zahnarztpraxis durch speziell ausgebildete Prophylaxe-Assistentinnen (ZMP), Dentalhygienikerinnen (DH) durchgeführt wird.

Die professionelle Zahnreinigung ist besonders sinnvoll, da im Bereich schwierig zugänglicher Stellen (z.B. bei Zahnengstellen, Zahnfüllungen, Kronen- oder Brückenversorgungen) durch die häusliche Zahnpflege häufig unzureichend gesäubert wird. Im Rahmen der professionellen Zahnreinigung werden auch diese schwierig zugänglichen Bereiche durch spezielle Hilfsmittel erreicht und können gereinigt und geglättet werden.

Die Zähne werden mit Handinstrumenten (Cüretten), speziellen Bürstchen, Gummikelchen und mit schonenden Polierpasten gereinigt. Hierbei wird nicht nur die Oberfläche von Bakterien und Belägen gereinigt, sondern auch geglättet, poliert und fluoridiert, was eine Wiederanheftung von Belägen und Bakterien deutliche verlangsamt und damit das Erkrankungsrisiko erheblich senkt. Ein weiterer Vorteil der PZR ist, dass es sich um eine weitgehend schmerzfreie Behandlung handelt und auch von Kindern als angenehm empfunden wird.

Eine Sitzung für eine sorgfältige professionelle Zahnreinigung dauert in der Regel ca. 30 bis 90 Minuten, abhängig von dem Entzündungsgrad, den noch vorhandenen Zähnen und der eventuell vorhandenen Zahnersatzversorgung.

Die verbraucherfreundliche Stiftung Warentest sagt in ihrem "Ratgeber Zähne" zur professionellen Prophylaxe u.a.:

"Manchmal ist es gut, sich Profis anzuvertrauen. Das gilt auch für die Mundhygiene. Wer wirklich Wert auf intakte Zähne und gesundes Zahnfleisch legt, kommt um professionelle Mundhygiene nicht herum. (...) Das Geld ist gut angelegt."

Aus heutiger Sicht ist es sogar wichtig, mit der Prophylaxe schon vor der Geburt zu beginnen. Viele Bakterien, vor allem der gefährliche Streptococcus mutans, werden nämlich von den Eltern auf die Säuglinge übertragen: Beim Vorkosten vom Brei, beim Ablutschen vom Schnuller. Wenn die Eltern kurz vor oder nach der Geburt ihres Kindes ihre eigenen Zähne sanieren bzw. gründlich reinigen lassen, ist das Kariesrisiko für das Baby deutlich geringer. Wenn die schädlichen Bakterien bis zum Alter von vier Jahren keine Nische im kindlichen Gebiss gefunden haben, so neueste Forschungsergebnisse, stehen die Chancen gut für lebenslang gesunde Zähne, gute Mundhygiene vorausgesetzt!